32. Kunsthandwerkermarkt
zum Erntedank in Trittau am 6. + 7. Oktober 2012

Elke Baum   *   Kunsthandwerker-Agentur
Theodor-Storm-Straße 8   *   22946 Trittau
Tel. 04154 - 2037   *   Fax 04154 - 85491

Rückschau

Trittauer Kunsthandwerkermarkt zum Erntedank
Plakatbeispiel

Eine Veranstaltungsschlacht ist geschlagen -
BESSER geht es in Trittau nicht mehr

Noch nie war das Wetter beim Aufbau des Trittauer Kunsthandwerkermarktes so schlecht wie in diesem Jahr. Dauerregen am Hauptaufbautag Freitag. Große Pfützen haben wir mit Kies zuschütten und 200 Strohballen anliefern lassen, um die Pfützen vor den Ständen zu trocknen. Doch alle - wirklich alle Aussteller kamen gut gelaunt in Trittau an, und wenn es anders sein sollte, haben sie es sich uns gegenüber nicht anmerken lassen. Unser Brezelbäcker kam wieder aus Wien und zwei Kunsthandwerker sogar aus Ungarn. Sie waren die ganze Nacht durchgefahren, um jetzt hier in Trittau im Regen anzukommen. Ist doch bitter!! Oder?

Ausstellern, die Vorwege bereits meinten, in Trittau nicht das richtige Publikum zu finden, hatten wir das volle Standgeld zurückgezahlt. Unsere Bewerbungsliste nahm kein Ende. Noch während des Aufbaus und trotz Regens riefen Töpfer aus Berlin an mit der Bitte, sie doch noch anzunehmen, weil sie noch einen guten Markt brauchten.

Am Samstagmorgen regnete es wieder in Strömen. Unser Landwirt lieferte noch einmal frische Strohballen zur Dekoration und als eventuelle Pfützenfüller.

In Trittau kommen unsere Aussteller mit dem Anspruch, jede Stunde Geld zu verdienen. Diesen Samstag hörte es um 14.00 Uhr auf zu regnen und plötzlich füllte sich der Markt als hätten die Besucher in ihren Autos gesessen und gewartet bis der Regen vorbei ist. „Diese vier Stunden fehlen uns“, war oft unter den Ausstellern zu hören. Nun ist unser Kunsthandwerkermarkt in Trittau immer noch kein Geldautomat nach der Manier…… was ich oben reinstecke kommt unten vierfach heraus.

Am Sonntagmorgen schien die Sonne. Um 10.30 stand der Ü-Wagen des NDR Radio Welle Nord auf dem Aldi Parkplatz und berichtete live bis in die Nachmittagsstunden, unterbrochen durch Musik von unserem Kunsthandwerkermarkt aus Trittau. Die Kunsthandwerker kamen zu Wort und JA: „ Es ist der größte und schönste Kunsthandwerkermarkt in Norddeutschland“, und das ganz ohne Eintritt. Viele Besucher hatten am Samstagmorgen den Regen gescheut und waren gar nicht erst los gefahren. Das hatte zur Folge, dass am Sonntag der Markt so voll wurde, dass mit Sicherheit nicht alle Besucher an die Stände kamen. Es wurde ein Kopf an Kopf schlendern. Der Sonntag wurde für viele Aussteller der Tag aller Tage – denn nun rechnete man hoch, hätte doch der Samstag nicht mit Regen begonnen …. dann ja .. ja dann….. Nun, es hätte aber auch zwei Tage regnen können. In der heutigen Zeit einen so großen Markt zu organisieren mit zehntausenden Besuchern …. MEHR geht in Trittau nicht und MEHR wird es hier auch nicht geben.

Dass dann unsere erfahrene Gastronomie nur zwei kleine Abfallkörbe für diese Besuchermassen oder eine Ausstellerin ihr Auto direkt vor die Bühne zum Parken stellt, werden wir wohl noch in zehn Jahren erleben. Irgendeiner oder eine ist es immer oder ….stellen wir den Strom am Veranstaltungsende zu früh ab, wird geschimpft - schließen wir den Stromkasten später auf, rennen die Betroffenen fast wie um ihr Leben mit der Frage: Wo bleibt der Elektriker? Er kommt, er kommt, er eilt! Am besten wäre jedoch, jeder brächte sich seinen Elektriker gleich selber mit. Jeder sieht leider nur seinen Stand und noch einmal sich! Wir und “ Otto Strom“ müssen aber fast 160 Aussteller betreuen. Frau Pietz kassierte fast den halben Tag und länger… immer ein gutes Wort für jeden. Und zum Schluss kommt unser „Bekannter vom Mühlenmarkt zu Pfingsten“ und neuerdings von Timmendorf, um irgendeinem Aussteller die Tageskasse zu stehlen. Sein Pech: Ich hatte alle gewarnt und Frau Vogt-Blachnik erkannte ihn von Timmendorf. Er verschwand schnell im Dunkeln und noch einmal: Immer das Geld am Körper tragen.

Zum Abschied hatte dann ein Aussteller am Teich zehn Strohballen in den Mühlenteich geschmissen, die am nächsten Morgen vor der Schleuse saßen. Ich finde, da hört der Spaß auf.
„Das gehört dazu“, meinte am nächsten Morgen der nette Beamte von der Behörde Hamburg Mitte, der von unserem Kunsthandwerkermarkt in Trittau gelesen hatte. Ich muss ihm recht geben: So wie die Freude und Anstrengungen zu unseren Märkten gehören, wird man selbst nach 33 Jahren Kunsthandwerkermarkt in Trittau immer wieder neu überrascht. Genau DAS macht es sicherlich aus.

Ohne Mareike Pietz hätte ich das alles nicht mehr geschafft. NIEMALS! Und ich gebe zu - mir ist die Verantwortung für diese große Veranstaltung im Nachhinein auch richtig auf den Magen geschlagen. Wir waren ein wenig verwöhnt von unseren kleinen lockeren Touristenmärkten im Sommer. Im Vergleich dazu spielt der Trittauer Kunsthandwerkermarkt zum Erntedank in einer anderen Verantwortungsliga.

Wie die Einzelnen verkauft haben oder auch nicht, wird sich schnell unter den Ausstellern herumsprechen.

Es kommen seit zwei Jahren viele junge Familien mit kleinen Kindern auf unsere Märkte. Eine Besucherin sagte zu ihrer Freundin: „Dies ist immer noch der schönste Markt, und er passt so schön in den Herbst. Inzwischen gibt es so viele Märkte.“ Kunsthandwerkermärkte sind inflationär geworden…und mit ihnen viele Aussteller in einer Zeit, wo viele Familien mit einem geringen Einkommen auskommen müssen. Diese Familien haben auch bei Sonnenschein nicht mehr Geld. Wenn sie die Woche 40 Stunden arbeiten, bekommen sie manchmal noch Geld vom Staat, damit sie überleben können. Das ist doch ein Irrwitz.
Aber auch sie sind unsere Kundschaft und möchten sich gerne etwas kaufen und können es sich aber nicht leisten. Das Geschäft wird in den nächsten Jahren noch härter. Am fröhlichsten und unbekümmertsten waren unsere Franzosen: Die feierten sich selber mit Austern und Muskadet.

Heute packen wir bereits für die Hamburger Herbstimpressionen auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz. Die "Occupys" sind wie versprochen zum Gertrudenhof umgezogen. Nun kann Bernd Oppermann am Donnerstagmorgen kommen und den Gerhart- Hauptmann- Platz schmücken. Noch liegt mir die Erschöpfung des Wochenendes im Magen – aber irgendwie freue ich mich auch schon auf Hamburg.

Ihre
Elke Baum