Lust auf Ostern in Travemünde 2016

Elke Baum   *   Kunsthandwerker-Agentur
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Rückschau

Rückblick auf unser Ostermarkt – Wochenende auf dem Fährplatz in Lübeck – Travemümde vom 15. – 17. April 2017

Insgesamt wurde das schlecht vorausgesagte Wetter wesentlich besser als wir alle dachten. Es begann allerdings beim Aufbau am Karfreitag mit starken Windböen und stellte unsere Aussteller auf eine harte Geduldsprobe. Einige Aussteller konnten ihr Zelt gar nicht erst aufbauen. Doch am Samstagmorgen schien die Sonne, der Wind ließ nachmittags nach und der Markt wurde an allen Ostertagen sehr gut besucht.

Viele Urlauber, Touristen und Tagesgäste machen zurzeit Urlaub in Travemünde und schlenderten über unseren Markt. Damit war unser Drechsler Dag auch das gesamte Osterwochenende, selbst während der kurzen Regenschauer von Kindern und Jugendlichen zusammen mit ihren Eltern umringt und am Drechseln.

Ausstellung 'traveART'

Urlauber, die sich statt für Kunsthandwerk für Kunst interessierten, fanden in unmittelbarer Nähe unseres Marktes „Lust auf Kunsthandwerk“ eine Künstlerausstellung unter dem Titel „traveART“ im Kreuzfahrtterminal am Ostpreußenkai in der Vorderreihe. Vier Künstler des Nordens stellten dort Bilder, Fotografien und Skulpturen unter dem Thema „Fisch und Frau“ aus. Es lohnte sich auf jeden Fall sie zu besuchen. Der Kreuzfahrtterminal als Ausstellungslocation passte ganz wunderbar zu diesem Thema und es kostete keinen Eintritt.

An der Travepromenade, direkt neben dem alten Leuchtturm hatte ein imposantes Riesenrad aufgebaut. Aber auch ansonsten bot Travemünde viel Abwechslung für einen Osterausflug. Erst einmal über unseren Markt „Lust auf Kunsthandwerk?“, dann weiter zum Kreuzfahrtterminal zur Ausstellung „traveART“, flanieren entlang der Geschäfte an der Trave - weiter über die Promenade zum Brüggmanngarten an der Nordmole und zwischendurch ein leckeres Fischbrötchen essen und Schiffe gucken. Wer es gemütlicher haben wollte, konnte es sich in den schnuckeligen kleinen Cafés oder Restaurants gut gehen lassen und dabei fast immer auf die Trave blicken. Genau DAS lieben die Urlauber und Tagesgäste in Travemünde.

Aber wie sah es nun auf unserem kleinen Markt aus? Wer kauft was und warum? Ich mag es gar nicht schreiben, denn während die einen sich trösteten, dass beim Nachbarn auch nicht viel lief - der andere meinte es wäre ein Publikum wie auf einem Wochenmarkt - verkaufte der andere an diesem Wochenende für über 30.000 € Edelstahlgrillkamine und Edelstahldesignermöbel. Zum Marktende kamen seine Kunden sogar mit einem großen schwarzen Wagen, zerlegten freudestrahlend den großen Grillkamin und bedankten sich für den guten Kauf (immerhin 4,500,00 Euro). Ich fragte den Kunden, von wem er von der Veranstaltung gewusst hätte. „Ich wohne hier“, sagte er „und habe ein Haus in Winsen“. Die anderen Grillkamine gingen nach Hamburg, Berlin, Dortmund und Lübeck. Also an Urlauber. Wochenmarktpublikum? Kaufen auf dem Wochenmarkt Menschen, die kein Geld haben und kaufen hier teure Edelstahlgrillkamine?

Selbst zum Marktende kam noch eine „angezickte“ Dame, der ihre eigene Unzufriedenheit im Gesicht stand und „meckerte“ über ihre Gartenmöbel am Teich, über die sie im Winter eine Plane ziehen müsse. Der Verkäufer von Edelstahlgrillkaminen ging gar nicht darauf ein sondern erklärte ihr gelassen die Vorzüge des Holzes seines Designertisches. Wenig später lachte die Dame herzhaft mit ihm, bestellte einen Designertisch – nur etwas kürzer als ausgestellt sollte er sein und zog lächelnd weiter über den Markt.

Ein professioneller Stand. Der Verkäufer hatte die Ausstrahlung eines erfolgreichen Menschen aus München mit charmantem bayrischen Akzent, dem es selbstverständlich gut geht, ohne sich damit wichtig zu tun. Damit traf er genau auf den Nerv seines „man gönnt sich etwas“ Publikums. Während die einen noch den Preis für Duftkugeln aushandelten, unterschrieben die anderen schon den Vertrag für eine Designer - Edelstahlsitzecke.

Noch als wir alle einpackten, drechselten die Kinder mit ihren Eltern bei Dag. Er hatte das gesamte Oster - Wochenende mit vielen Kindern und ihren Eltern gedrechselt. Besonders freute er sich über die neue Freundschaft mit dem Holzbildhauer aus dem Kreuzfahrtterminal, der auf der Künstlerausstellung „traveART“ ausgestellt hatte. Bis spät in die Abendstunden fegte Dag die Holzspäne vom Marktplatz. Wobei wir ihm natürlich halfen, die einen mehr und die anderen gar nicht.

Als wir nach Hause fuhren, sagte ich zu dem „Mann an meiner Seite“: „Ich verstehe es nicht. Da werden große Summen für Edelstahlkamine ausgegeben und bei den kleinen Preisen wollen die Leute noch einen Rabatt.“ „Das musst Du schon den Besuchern überlassen, wofür sie ihr Geld ausgeben“, antwortete er in dem Ton „nun schreibe Du mir noch vor, wofür ich mein Geld auszugeben habe“ ... Hallo, geht’s noch. Ich suchte doch nur nach einer Erklärung.

Hier können Sie einen Videoclip von der Veranstaltung sehen.



Ihre

Elke Baum