Krokusblütenfest in Husum

Elke Baum   *   Kunsthandwerker-Agentur
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Rückschau

Krokusblütenfest in Husum am 6. und 7. April 2013

Tausende Besucher stürmten bereits ab Samstagmorgen 11.00 Uhr den Schlosshof in Husum.

Während ich mich am Freitagmorgen, dem wichtigen Aufbautag für unseren Kunsthandwerkermarkt auf dem Schlosshof in Husum im Reinbeker Krankenhaus St. Adolf-Stift geschwächt nach der schweren 3 ½ stündigen Operation aus meinem Bett zum Tisch hangelte, sprach aus dem Radio eine fröhliche Stimme und warb für das sehnlichst erwartete Krokusblütenfest am Samstag und Sonntag in Husum. Und ich im Krankenhaus und nicht dabei!!

Seit 15 Jahren ergänzen wir das Husumer Krokusblütenfest mit insgesamt 50 Kunsthandwerkern und Ausstellern auf dem Schlosshof. Seit 1980 war ich immer selber präsent auf meinen Märkten. Nun war mein befürchteter Albtraum Wirklichkeit geworden: Wenige Tage vor einer Veranstaltung unausweichlich ohne Chance auf Verdrängung krank zu werden. Nein, nein, keine schwere Erkältung oder Grippe, kein Virus oder ähnliches. Notfall!!! Nur eine komplizierte Operation mit unbekanntem Ausgang konnte mich retten. Wie wichtig nehmen wir nur Tag für Tag oft belanglose Vorkommnisse im Alltag und ich im Besonderen. Krankheit hatte noch nie einen Platz in meinem Leben. Vor Krankenhäusern habe ich panische Angst. Immerhin kommen Ärzte zurzeit in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit recht schlecht weg. Wer kennt sie nicht die Geschichten vom vergessenen Tupfer im Bauchraum oder dem gesunden abgenommenen Bein statt des kranken. Bestenfalls Operation gelungen und anschließend Pflegefall garantiert.

Nun sind Krankenhäuser heute nicht mehr die aus meiner Jugend, wo Freunde und Verwandte ausschließlich am Mittwoch und Sonntag zwischen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr ihre Lieben besuchen durften. Immerhin werden in der chirurgischen Klinik im Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift über 18 000 Patienten stationär und ambulant betreut und rund 8000 Operationen durchgeführt. Ich brauchte schließlich nur meine Operation und mein Ärzteteam. Würde die Hand meines Operateurs nur eine Sekunde in die falsche Richtung zucken, wäre es um mich geschehen. Doch darüber konnte ich nicht lange nachdenken. Ich saß im Krankenbett am Telefon und ging mit Mareike Pietz den Standplan auf dem Husumer Schlosshof durch. Durstig mit trockenem Hals klärte ich sie auf wer, was, wann und wo in Husum etwas zu tun hätte. Als ich meinen letzten Satz erschöpft beendete, ging die Zimmertüre auf und vier Krankenpflegerinnen hielten mir das Einheits-Flügelhemd entgegen, um mich für die OP samt Bett abzuholen. Nun gab es kein Entrinnen mehr!
Als ich nach der OP wieder aufwachte, lag ich geborgen in meinem rollenden Krankenhausbett. Klar bei Verstand, keine Schmerzen und ein Myom von 800 g aus meinem Unterbauch operiert. Alles war gut. Operiert hatte der leitende Oberarzt Dr. med. Süha Alpüstün und eine leitende Oberärztin: Ein Oberarzt mit noch mehr Charisma als die Ärzte aus unseren beliebten Fernsehserien. Patienten und Krankenschwestern lieben ihn innig und ich ihn jetzt selbstverständlich auch. Er hatte mir im Anschluss mit leuchtenden Augen begeistert erklärt wie er diese schwierige Operation so schonend wie möglich durchgeführt hatte. Die Liebe zu seinem Beruf und Patientenfürsorge machten diesen Oberarzt unwiderstehlich. Seine frisch operierten Patienten gehen nach ein paar Tagen nach Hause, und er sieht sie selten wieder. Ich kann heute nach sieben Tagen dort vorsichtig wieder anfangen, wo ich am Ostersonntag nach dem Neustädter Ostermarkt aufgehört hatte. Ist das nicht wunderbar??? Alle Ärzte und Krankenpflegerinnen waren fürsorglich. Ich habe jetzt keine Angst mehr vor dem Krankenhaus. Bedenken sollten wir auch, dass pflegendes Personal in Krankenhäusern in unserem Land unterbezahlt wird. Wir sind immer geneigt auf hohem Niveau zu nörgeln, „wenn uns ein Pups quer liegt.“

Ich bin aber auch stolz auf Mareike und meinen Mann. Mareike kannte den Schlosshof in Husum nicht und mein Mann verlegte bisher ausschließlich Stromleitungen und setzte Standrohre für die Wasserversorgung für unsere Gastronomie ein. Feuerwehr und Behörde hatten ihren Aufbau auf dem Husumer Schlosshof als gelungen abgenommen und bestätigt. Nette Mails wie die von Marion Eggert bauten mich im Krankenhaus auf: „ hallo, Frau Baum, alles ist im Fluss. Gestern volle Sonne – heute ein wenig bedeckt, aber es ist gut besucht !!!!! Weitere Fotos maile ich Ihnen von zuhause, hab hier kein welan. Stehen gut auf der Bühne. Sieht Klasse aus – gerade kommt wieder ein wenig Sonne!!! Meld‘ mich morgen von zuhause.“

Dank der leitenden Reinbeker Oberärzte sitze ich heute schon wieder mit Mareike in Trittau in meinem Büro und engagiere mich für SIE. Ohne Besonnenheit und Verpflichtung füreinander schaffen aber auch wir auf unseren Märkten kein Vertrauen. Diese Botschaft nehme ich mit aus dem Reinbeker Krankenhaus St. Adolf Stift. Wir wollten den Kunsthandwerkermarkt so kurzfristig nicht absagen. Hier ging es aber um mehr als um Gewinn oder Verlust. In meinem Fall ging es um mein Leben – ich hätte es beinahe naiv leichtsinnig verspielt.

Allen Ausstellern des Husumer Krokusblütenfestes danke ich sehr, dass Sie loyal und kooperativ zu meinem Mann und Mareike Pietz standen. Sie alle standen aber auch neben meinem Krankenhausbett und haben mir geholfen, dass es mir nach dieser schweren Operation nach so kurzer Zeit schon wieder so gut geht.

Ihre
Elke Baum

 

Hier können Sie noch einmal im Video sehen wie es war.